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CARDEXPO Austria 2026: Wie wir unsere Sammelkarten-Webapp live in Graz vorgestellt haben

Betriebsausflug trifft Produktlaunch: Wie wir auf Österreichs größter Sammelkartenmesse unsere neue Webapp live vorgestellt haben.

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Christoph Helminger
16. Mai 2026
Digitale Webapp-Präsentation auf einer Fachmesse – CARDEXPO Austria Graz 2026

Am 16. Mai 2026 war das Team von HELITS Solutions nicht im Büro in Anger – sondern als Besucher in Graz. Die CARDEXPO Austria, Österreichs größte Sammelkartenmesse, war für uns der Anlass für einen gemeinsamen Betriebsausflug: eine Branche aus nächster Nähe erleben, mit echten Sammlern und Händlern sprechen und dabei herausfinden, ob unsere neue Sammelkarten-Webapp ein reales Problem löst.

Die Fahrt von Anger über den Salzburger Tauern nach Graz dauert gut drei Stunden – genug Zeit für ein ehrliches Gespräch darüber, was wir eigentlich wissen wollen und was nicht. Nicht als Aussteller, nicht mit Messestand, sondern als neugierige Besucher. Graz empfing uns mit strahlendem Mai-Wetter. Die Seifenfabrik, ein umgewandeltes Industriegebäude im Südosten der Stadt, hatte sich in einen dicht bespielten Marktplatz für die gesamte deutschsprachige Sammlerszene verwandelt.

Österreichs größte Trading-Card-Show

Die CARDEXPO Austria 2026 zog 150 Aussteller auf die Hauptfläche: Pokémon, Sports Cards, Magic: The Gathering, One Piece – ein vollständiges Ökosystem einer Branche, die seit Jahren zweistellig wächst. Daneben: Grading-Experten, Live-Breaks mit Kamera, eine offene Tradingzone für direkten Tausch zwischen Privatpersonen und Podiumsdiskussionen zur Marktentwicklung in Europa. Für uns als IT-Dienstleister aus dem Berchtesgadener Land war das eine ungewohnte Bühne – aber genau die richtige. Denn die Sammelkartenbranche hat ein klassisches digitales Problem: Sie wächst rasant, ihre Verwaltungsinfrastruktur hinkt jedoch deutlich hinterher.

Das Problem, das unsere Webapp löst

Sammler und Kleinhändler arbeiten heute überwiegend mit Tabellenkalkulation, privaten Notiz-Apps oder US-amerikanischen Plattformen, die weder DSGVO-konform noch auf europäische Marktpreise ausgelegt sind. Ein Händler mit 3.000 Karten in der Vitrine weiß oft nicht in Echtzeit, welche Stücke gerade im Wert gestiegen sind, welche Dubletten er hält oder was sein Gesamtbestand tatsächlich wert ist. Bestandsbewertung passiert dann einmal im Jahr – wenn überhaupt.

Genau hier setzt unsere neue Webapp an, die wir in den vergangenen Monaten in unserer Softwareentwicklungs-Einheit aufgebaut haben. Das Tool läuft vollständig browserbasiert, braucht keine Installation und ist auf Hetzner Cloud in deutschen Rechenzentren gehostet. Kernfunktionen: Sammlungsanlage per Karten-Scan oder Set-Code, automatischer Abruf aktueller Marktpreise über offene Schnittstellen, Dublettenabgleich, Portfoliobewertung in Echtzeit und CSV-Export für die Buchhaltung.

Gespräche auf Augenhöhe

Keine Bühne, kein Stand, kein Pitch-Deck. Wir haben die App auf dem Laptop dabei gehabt und sie im Gespräch mit anderen Besuchern gezeigt, wenn das Thema natürlich dazu gepasst hat. Gerade in einer Community, die seit Jahren in Foren, Discord-Servern und Reddit-Threads lebt, wirkt ein ehrliches Gespräch unter Gleichgesinnten mehr als jede vorbereitete Präsentation.

Das Feedback kam direkt und ungeschönt: Karte per Code eingeben, Cardmarket-Preis abrufen, Collection-Wert berechnen, Duplikate markieren – das Grundprinzip war für jeden sofort verständlich. Mehrere Gesprächspartner fragten von sich aus nach einem Beta-Zugang. Besonders oft thematisiert wurde ein Punkt, den wir intern schon diskutiert hatten: "Server in deutschen Rechenzentren, keine Datenweitergabe an US-Plattformen." In einer Branche, die mit TCGPlayer und ähnlichen Diensten aufgewachsen ist, war DSGVO-Konformität tatsächlich ein echtes Argument – kein Kleingedrucktes.

Was wir als Team mitgenommen haben

Ein Betriebsausflug als Besucher ist kein klassisches Sales-Event. Er ist vor allem Marktforschung in Echtzeit. Wir haben an diesem Tag mehr über tatsächliche Schmerzpunkte von Kartensammlern und Kleinhändlern erfahren als in Wochen Desk-Research.

Drei Punkte sind uns klar geworden:

Mobile-First ist nicht optional. Sammler stehen mit ihrem Telefon vor der Händlervitrine und wollen sofort prüfen, ob ein Angebot marktgerecht ist. Die Desktop-Version der Webapp reicht für diesen Anwendungsfall nicht. Mobile-Optimierung rückt damit auf Position eins des nächsten Sprint-Backlogs.

Ein integriertes Verkaufsmodul fehlt. Viele Händler wollen nicht nur verwalten, sondern direkt aus der App heraus Preislisten erstellen oder Angebote exportieren. Das war kein Feature auf unserem Roadmap-Radar – ist es jetzt.

Transparenz über Datenquellen baut Vertrauen. Wer erklärt, woher die Preisdaten kommen und wie oft sie aktualisiert werden, gewinnt schneller Vertrauen als mit Feature-Listen. Die Community schätzt Offenheit, weil sie seit Jahren schlechte Erfahrungen mit Black-Box-Plattformen gemacht hat.

Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung unserer Web-Applikationen ein. Ungefilterte Reaktionen echter Nutzer an einem einzigen Tag sind mehr wert als jede Umfrage. Die CARDEXPO Austria 2026 war für unser Team kein Ausflug mit schöner Kulisse – sie war ein Arbeitstag mit direktem Feedback aus der Praxis. Und das ist der produktivste Betriebsausflug, den ein IT-Entwicklungsteam machen kann.


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