Lichtsteuerung mit Loxone: Warum wir in 2025 in 80 % unserer Projekte auf Tree statt Air gesetzt haben
Tree oder Air — die Frage stellt sich bei jedem Loxone-Projekt. Warum wir 2025 in elf Projekten auf Tree gesetzt haben und wann Air die bessere Wahl ist.
Wer ein Loxone-Angebot einholt, bekommt irgendwann die Frage: Tree oder Air? Kabelgebunden oder Funk? Im Jahr 2025 haben wir in elf Lichtsteuerungsprojekten konsequent auf Loxone Tree gesetzt — und in drei Projekten Air-Komponenten ergänzt. Warum, und wann wir es anders machen würden.
Was Tree und Air technisch unterscheidet
Loxone Tree ist ein proprietärer Datenbus, der über ein vieradriges Kabel läuft. Pro Miniserver Gen 2 können bis zu 50 Tree-Geräte angebunden werden, bei Bedarf über Extensions erweiterbar. Die Latenz ist minimal, die Zuverlässigkeit hoch — weil keine Funkübertragung stattfindet, gibt es keine Interferenzprobleme, keine Batterien, keine Reichweitenprobleme in Massivbauten.
Loxone Air nutzt 868 MHz-Funk mit bidirektionaler Kommunikation. Der Vorteil: kein Kabel. Der Nachteil: Batterien (alle 1–3 Jahre je nach Gerät), potenzielle Probleme in Gebäuden mit Stahlbeton oder Metalldecken, und eine Latenz, die für Lichtschalter irrelevant ist, aber für zeitkritische Steuerungen auffallen kann.
Die offizielle Loxone-Dokumentation zu Tree empfiehlt Tree immer dann, wenn eine Neuinstallation ohnehin Leitungsarbeiten bedeutet.
Warum wir 2025 in 80 Prozent der Projekte Tree gewählt haben
Die acht Neubauprojekte des Jahres 2025 — von einem Einfamilienhaus in Freilassing bis zu einem gewerblichen Umbau in Siegsdorf — hatten alle eine Gemeinsamkeit: der Elektriker war sowieso vor Ort. In diesen Fällen ist Tree die wirtschaftlichere Entscheidung, weil der Kabelaufwand marginal ist und man sich Batteriewechsel für die nächsten Jahrzehnte spart.
Konkret: Bei einem Projekt mit 14 Schalterflächen und 60 Lichtkreisen in einem Einfamilienhaus haben wir neun Loxone Tree-Extensions und 14 Touch Pure Tree-Taster verbaut. Gesamtinstallationszeit für den Tree-Teil: zwei Tage. Der Auftraggeber spart über zehn Jahre gerechnet rund 420 Euro Batteriekosten — und Batteriewechsel passieren immer dann, wenn man gerade nicht daran denkt.
Die drei Projekte, in denen wir Air eingesetzt haben
Das heißt nicht, dass Air keine Daseinsberechtigung hat. In einem denkmalgeschützten Landhaus in Ruhpolding war das Bohren für Kabelkanäle im Bereich der Außenwände nicht genehmigungsfähig. Wir haben dort für drei Räume Air-Taster und -Aktoren genutzt und damit die Lichtsteuerung trotzdem integriert — auf Kosten von halbjährlichen Batteriewechseln, die der Eigentümer bewusst in Kauf genommen hat.
Zweites Szenario: Erweiterungen in Gebäuden, die bereits mit Loxone ausgestattet sind, aber ohne Reserveleitungen. Wer seine Loxone-Anlage um einen Wintergarten oder ein Gästezimmer erweitern will, ist mit Air oft schneller und günstiger als mit dem nachträglichen Kabelziehen — abhängig vom Gebäude.
Drittes Szenario: Übergangsweise Nachrüstung von Mietobjekten, wo Umbaumaßnahmen eingeschränkt sind. Hier ist Air eine pragmatische Lösung, die sich bei einem späteren Vollausbau wieder ersetzen lässt.
Was man vor der Entscheidung klären sollte
Wenn uns Kunden fragen, welches System das "bessere" ist, ist die ehrliche Antwort: kommt drauf an. Vier Fragen helfen bei der Entscheidung:
Wird ohnehin geöffnet und Kabel gezogen? Dann Tree.
Handelt es sich um ein Objekt mit massiven Betondecken oder Metallkonstruktionen? Dann Tree, weil Funkprobleme in Massivbauten häufiger auftreten als die Hersteller-Specs suggerieren.
Sollen Batteriewechsel dauerhaft vermieden werden? Dann Tree.
Ist minimaler Eingriff in die Bausubstanz Pflicht? Dann Air als pragmatische Lösung.
Eine Loxone-Planung beginnt bei uns immer mit einer Begehung — nicht mit einem Standardangebot. Wer wissen möchte, welche Lösung für sein Gebäude passt, findet auf unserer Loxone-Übersichtsseite weitere Informationen zu unseren Projekten in der Region.
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